Enduro Action Team

Der mehr als 80 Hektar großer Enduropark in Meltewitz bei Leipzig ließ keine Wünsche offen und so sind die Eindrücke vom Wochenende kaum in Worte zu fassen.

Getreu dem Motto: „OFFroad is the best ROAD!!“ 

Nun war es endlich soweit. Am Freitag den 26.04.2019 starteten wir unser 2-Tages-Endurotraining beim Enduro Action Team in der Nähe von Leipzig in Deutschland. Aufgrund der Anreise und den unsicheren Wetterverhältnissen im April entschieden wir uns für das Training das Angebot von Leihmaschinen zu wählen. Wir entschieden uns für die neuen BMW R 1250 GS HP, da diese unseren eigenen Maschinen am ähnlichsten sind.

Nach der Schule machten wir uns mit dem Auto auf den Weg. Von Wien aus folgten wir der Autobahn nach Prag und weiter nach Dresden bis wir am Abend in Meltewitz ankamen. Dort buchten wir uns übers Wochenende ein Zimmer im „Heuhotel zu Ae“. Liebevoll wurden wir von der Gastgeberin willkommen geheißen und bezogen rasch das Zimmer, denn wir hatten noch eine Verabredung mit Andreas und Marco von „Wheels and Vibes“ geplant. Die beiden führen seit kurzer Zeit eine rasch wachsende Online Plattform für Motorradfahrer und deren Lifestyle.

Bei einem leckeren Abendessen im „…“ gab es jede Menge Neuigkeiten und interessante Gespräche rund ums Motorradfahren und Reisen. In der Tapetenwerkstatt ließen wir den Abend ausklingen und fielen rasch ins Bett.

Am nächsten Tag läutete früh der Wecker und wir packten unsere Motorradbekleidung und Kameras zusammen und stärkten uns bei einem reichlichen Frühstück. Nur wenige 100 Meter von unserer Unterkunft war der Treffpunkt für unseren ersten Trainingstag. Nach und nach trafen die ersten Motorradfahrer ein und die ersten Benzingespräche kamen ins Laufen. Währenddessen begann Robert mit der Administration der Teilnehmer am Training. Kurz nach neun Uhr wurden alle Teilnehmer von dem Instruktoren Team begrüßt.

Es folgte eine Einweisung über die Verhaltensregeln im Park und den Ablauf der nächsten zwei Tage. Danach wurden die Instruktoren den Teilnehmern zugewiesen und wir lernten Bob unseren Instruktor kennen. Bob arbeitet hauptberuflich als Motorradmechaniker in Leipzig und ist leidenschaftlicher Endurofahrer. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde unserer Einsteigergruppe startete das Training. Nur wenige Minuten entfernt befindet sich das riesige Übungsgelände. Der sich noch im Betrieb befindende Steinbruch bietet alles was ein Offroadherz braucht und lässt definitiv keine Wünsche offen.

Um den Körper zu aktivieren machte Bob mit uns eine Aufwärmrunde. Trainingsinhalte des ersten Vormittags waren die richtige Position am Motorrad, Blickführung und erste Runden am Gelände des Parks. Zwischendurch gibt es immer wieder Trinkpausen und Möglichkeiten kurz zu rasten. Zum Mittagessen treffen alle Kursteilnehmer zusammen und tauschen sich über die ersten Eindrücke und Erfahrungen aus. Beim zweiten Teil am Nachmittag stand Kurventechnik am Programm.

Bob zeigte jede Übung sehr gut vor und lieferte anschließend großartige Rückmeldungen. Die Zeit verging wie im Flug und so war der erste Trainingstag beendet. Wir brachten die Motorräder zurück zum Ausgangspunkt und ließen den Abend bei jeder Menge Benzingespräche ausklingen. Da durfte ein deftiges Abendessen in der „MotoSoul“ natürlich nicht fehlen und so trafen sich einige Teilnehmer noch zum Abendessen im wenige Kilometer entfernten Grimma . Zufrieden und K.O. gingen wir früh schlafen, um für den zweiten Tag vorbereitet zu sein.

Sonntag, Tag 2

Als wir am Morgen des zweiten Tages die Vorhänge von unserem Zimmer öffneten merkten wir, dass es in der Nacht stark geregnet hat. Somit hat Bob recht behalten als er am Vortag gesagt hat er müsse noch den Park bewässern. Auch die Temperatur war im Vergleich zum ersten Tag ein wenig kühler. Nach dem Frühstück und der Verabschiedung von unserer Unterkunft packten wir unser Zeug und machten uns auf den Weg.

Langsam kamen auch die anderen Teilnehmer zum Treffpunkt und man tauschte sich über die Trainingsinhalte des letzten Tages aus. Die Stimmung war sehr gut und für uns fühlte es sich bereits wie eine kleine Gemeinschaft an. Nachdem alle da waren wurden wir von Robert zum zweiten Trainingstag begrüßt und Bob fuhr mit uns anschließend in den Park. Wir wiederholten die Inhalte von gestern und er kündigte bereits an, dass er eine Überraschung vor dem Mittagessen für uns hätte.

Am Vormittag übten wir Bergfahrten. Nach einer theoretischen Einweisung und der richtigen Technik übten wir auf verschiedensten steilen Hängen bergauf und bergab fahren. Zwischen den Übungen machten wir auch größere Runden durch den Park wo wir die Inhalte der letzten beiden Tage gleich anwenden konnten.

Kurz vor dem Mittagessen fuhren wir zur besagten Überraschung. Dort trafen wir die GS Intensivgruppe wie sie bereits mit der Überraschung zu kämpfen hatten. Mit Ehrfurcht standen wir vor dem gefürchteten Splitthang.

Die Teilnehmer kämpften sich einer nach dem Anderen den steilen Hang hinauf. Die Motoren heulten laut auf und die Hinterräder gruben sich durch den Splitt. Robert und die andren Instruktoren halfen den Teilnehmer, wenn sie stecken blieben wieder die schweren Maschinen auszugraben und wieder hinunter zu bekommen.

Nicht alle bezwangen den Splitthang umso mehr freuten wir uns darüber es geschafft zu haben. Leider nicht ganz ohne einen Verlust. Als Verena beim ersten Versuch oben hängen blieb und Martin half das Motorrad zu befreien, wurde das Glas der GoPro durch die Steine beschädigt.

Voll gepumpt mit Glücksgefühlen und mit einem riesen Lächeln im Gesicht machten wir uns auf dem Weg zum Mittagessen. Bei „Schnitzel a la Robert“ gab es nur ein Thema und zwar den Splitthang.

Im „Gasthaus zu den Schildbürgern“ fühlten wir uns auch gleich auf Anhieb wohl und genossen die Ruhe vor der letzten Einheit am Nachmittag. Jetzt stand beschleunigen und Bremsen am Plan. Schön langsam machten sich die zwei Trainingstage bemerkbar und Bob passte die Übungen und Runden durch den Park immer wieder an die Gruppe an. Obwohl wir schon alle recht müde waren merkte man wie alle viel sicherer und flotterer am Motorrad unterwegs waren. Bewusst, aber auch unbewusst wendeten wir die erlernten Dinge in der Praxis an.

Dann war es soweit und wir beendeten nach einer weiteren Runde durch den Steinbruch unsere letzte Trainingseinheit beim Treffpunkt mit den anderen Gruppen. Robert und sein Team fassten abschließend die letzten zwei Tage kurz zusammen bevor die Teilnehmer ihre „Urkunden“ bekamen. Anstatt von Urkunden gibt es nämlich beim Enduro Action Team kleine Dosen gefüllt mit Schotter. Da wir auch den Splitthang bezwungen haben bekamen wir auch die „Splitthangbezwinger“ Dose überreicht. Glücklich und erschöpft von den letzten Tagen bedankten wir uns bei Robert, Bernd und Bob für die tolle Zeit und das unglaubliche Training und machten uns auf den Heimweg zurück nach Wien.

Vielen Dank an Robert, Bernd, Bob und das gesamte Team des Enduro Action Teams für die einzigartige Stimmung, die großartigen Übungen und die Erfahrungen die wir in Zukunft auf unsere Touren mitnehmen werden.

PS: Wir kommen bestimmt wieder!!