Reisebericht Finnland

Finnland

„Ovatko pohjoiset valot näkyvissä tänään?“ – What??

Das war auch unser erster Gedanke als wir in Finnland angekommen sind und wir mit der Sprache in Kontakt kamen. Als wir das Flugzeug in Kittilä verließen betraten wir eine Winterlandschaft die wir so nur aus dem Fernsehen kannten. Wenn man am „Flughafen“ bereits Schneemobile mieten kann weiß man hier gibt es noch einen richtigen Winter.

Nach nur wenigen Minuten Busfahrt durch eine einzigartige Schneelandschaft kommt man in den Wintersportzentrum „Levi“. Das „Hulu Poro“, verrückte Rentier, war die nächsten sieben Nächte unser Hotel. Der Ort Levi wurde so wie die meisten Gebäude und Einrichtungen für den Wintertourismus ausgelegt. Laut einer der wenigen Einwohnerinnen kommen auf 1.000 Einheimische bis zu 3.000 Touristen pro Woche. Mit einer Kapazität von 30.000 Betten bekommt man eine Vorstellung vom Winterzirkus in Finnland.

1000 Nadelstiche auf der Haut

Bereits im Vorhinein unserer Reise organisierten wir Aktivitäten rund um Levi. Für die ersten Tage mieteten wir uns Ski und genossen das perfekte Wetter auf der Piste. Die Skisaison beginnt in Levi im Oktober und hält bis Mai an. Wer glaubt ein Skigebiet wie in den Alpen vorzufinden täuscht sich. Mit einer Höhe von 531 Meter bietet der Berg jedoch alles was das Wintersportherz höher schlagen lässt. Vor allem die leeren und perfekt präparierten Pisten sind einzigartig. Da es erst um zehn Uhr hell wird und bereits wieder um 15 Uhr dunkel wird sind fast alle Pisten mit Flutlichtanlagen ausgestattet. Auch an die Temperatur muss man sich erst gewöhnen. Bei einer Außentemperatur von minus 15-20 Grad Celsius fühlt sich der Fahrtwind wie 1000 kleine Nadelstiche auf der Haut an.

Aufgrund der Nähe zum Polarkreis, hat man an klaren Nächten die Chance Nordlichter am Himmel zu bewundern. Ausgestattet mit Stativ und Spiegelreflexkamera machten wir uns um Mitternacht auf den Weg zu einem Aussichtspunkt. Wir wurden jedoch rasch enttäuscht da der ganze Ort im Nebel lag. Das wiederholte sich die nächsten Tage und wir fanden uns schon damit ab dieses Schauspiel nicht zu Gesicht zu bekommen. Am vorletzten Tag versuchten wir es wieder und wir wurden für die eisige Wartezeit belohnt. Ein Auge am Kameradisplay das andere in den Himmel gerichtet genossen wir das kurze aber intensive Spektakel am finnischen Nachthimmel.

Ein absoluter Muss ist der Besuch in einer finnischen Sauna. Nach einem anstrengenden Tag bei eisigen Temperaturen kann man hier so richtig entspannen. So ist es zumindest gedacht. Martin hatte eine ganz andere Erfahrung gemacht. Am Anfang war es noch sehr angenehm bis ein Finne den Aufguss übernahm. Wir hatten bereits im Vorhinein erfahren das die Finnen extreme Saunageher wären und dies hat sich hier bestätigt. Bei einer Temperatur über 100°C war es auch für uns eine neue Erfahrung.

„Dont eat yellow snow!“

Wir freuten uns schon sehr auf die Fahrt mit den Schlittenhunden. Ein Bus brachte uns auf eine Farm außerhalb von Levi, wo wir schon das laute bellen der Hunde hörten. Es wirkte für uns sehr chaotisch, überall Hunde, Lärm und gelber Schnee. Als wir dann die Besitzer kennen lernten war klar das alles an seinem Platz ist und sie erklärten uns, dass die Hunde es kaum erwarten können loszulegen. Als wir uns die Hunde näher ansahen waren wir überrascht. Wir dachten bei Schlittenhunde an die stolzen und kräftigen Huskys. Jedoch werden als Schlittenhunde auch ganz andere Rassen eingesetzt. Als „Husky“ werden alle Schlittenhunde bezeichnet.

Die sechs Hunde die unseren Schlitten vorgespannt waren zogen uns durch tief verschneite Waldwege und Winterlandschaften wie aus einem Film. Nach 15 Kilometern kamen wir wieder zur Farm zurück. Die Hunde waren jedoch kein bisschen erschöpft und würden laut der Besitzerin weiterlaufen bis sie tot umfallen. Bei Rentierwurst und Beerentee gab es dann in einer Blockhütte Zeit um die Zehen und Finger wieder aufzuwärmen bevor es zurück ins Hotel ging.

Finnland Drift

Ein weiteres Highlight unserer Reise war der Besuch der GoKart Bahn. Es ist keine gewöhnliche Kartstrecke sondern findet auf einem zugefrorenen See statt. Die zehn PS starken Karts machten einen ganz schönen Lärm als wir der Gruppe vor uns gespannt zusahen. Eingekleidet mit einem Spezialanzug, Helm und Handschuhen machten wir uns auf den Weg zu unserer Aufwärmrunde. Schnell war klar das dies ein lustiges Erlebnis wird. Aufgrund der rutschigen Oberfläche und der PS starken Karts muss man sehr behutsam mit dem Gas umgehen da sonst die Reifen durchdrehen. Beim Rennen selbst verlor man sehr schnell die Übersicht wer gerade in Führung war da sich jeder einmal eindrehte und Hilfe von den Streckenposten brauchte. Nach 15 Minuten gab es eine kurze Pause bevor es weiterging. Als das Rennen vorbei war genossen wir bei einem Lagerfeuer eine weitere Tasse Beerentee bevor es zurück ins Hotel ging.