Madeira Reisebericht

Madeira – Reisebericht:

Die Blumen Insel – „Ilha das flores“

Mit einer Fläche von 740 Quadratkilometern ist sie deutlich kleiner als andere beliebte Urlaubsziele wie Mallorca oder Teneriffa. Das ganzjährig milde Klima schafft perfekte Bedingungen für Fauna und Flora. Die angesprochene Flora sieht man schon am Flughafen wo man für ein paar Euro die ersten berühmten „Natternköpfe“ erwerben kann. Jedoch ist der Flughafen für seine Landebahn berühmt. Diese schmiegt sich ganz eng an die Klippen, sodass sogar die Straße unter ihr durchführt. Bei Landungen und Starts gibt es an windigen Tagen immer einen Applaus für die wagemutigen aber erfahrenen Piloten.

Auch bei unserer Ankunft auf der Insel waren wir nervös was in den nächsten Tagen auf uns zukommen würde. Bereits ein halbes Jahr im Vorhinein buchten wir Flug, Hotel und die Motorräder. Was man auf alle Fälle vor der Buchung beachten sollte ist das Hotel mit Meerblick zu buchen. Dieser ist nämlich auf Madeira ausgesprochen schön. An den Schroffen Küstenfelsen hat man einen hohen und schönen Ausblick aus den Hotelzimmern, so kann man mit etwas Glück wunderschöne Sonnenuntergänge beobachten.

Den zweiten Tag nutzten wir um die Hauptstadt zu erkunden. Die Hauptstadt der Insel ist Funchal. Sehr beliebt bei Touristen aus England, Deutschland und der ganzen Welt. So zog es zum Beispiel Churchill oft auf die Insel. In der heutigen Zeit ist Funchal für einen Sportler in der Welt bekannt geworden und zwar Christiano Ronaldo. Der portugiesische Ausnahmesportler ist stolz auf seine Heimat und zeigt seine Verbundenheit mit einem Museum und sogar einem Hotel mit seinem Namen, dem berühmten CR7. Man darf auf keinen Fall die Seilbahn zum Stadtteil Monte auslassen. Bergab geht es dann mit den traditionellen Holzschlitten. Dieses Spektakel wird man lange nicht vergessen.

Die zerklüftete Landschaft Madeiras ist mit kurvigen Straßen überzogen. Eine Kurve jagt die andere. Vorbei an unzähligen Aussichtspunkten und interessanten Orten die es zu entdecken gilt. Da war für uns schnell klar wir wollen nicht im Auto die sitzen sondern die Insel mit dem Motorrad entdecken. Bei Magoscar in Caniço wurden wir rasch fündig und mieteten bei Ekkehard Kunz, einem deutschen Auswanderer, drei Motorräder. Die ausgeliehenen BMW F 650 GS sind ideal für dieses Terrain. Am Motorrad lässt sich die Insel viel intensiver erleben als mit einem geschlossenen Fahrzeug. Gerüche, Temperatur und vieles mehr machen das Erlebnis Madeira noch stärker.

Nun war es endlich soweit. Am dritten Tag unseres Aufenthaltes holten wir unsere Motorräder bei „Magoscar“ ab und machten uns auf den Weg zum Gabo Griao auf der VR1. Der Aussichtspunkt bietet eine super Sicht auf die Hauptstadt Funchal. Die ersten Kilometer auf unserer “kleinen” GS waren der absolute Wahnsinn. Wir machten einen Abstecher in das Landesinnere und erklommen das Hochplateau an der ER110. Zum Glück hatten wir das komplette Motorradequipment mit, da das Wetter umschlug und wir plötzlich mit dichtem Nebel, Regen und eisigen Temperaturen zu kämpfen hatten. Sogar die Heizgriffe machten sich bezahlt. Wieder auf Meereshöhe angekommen war das Wetter wieder besser und wir genossen die Küstenstraße ER 101 am Ende unserer ersten Tour.

Mit einer Länge von 60 km und einer Breite von 22 km scheint das auf den ersten Blick nicht besonders viel und auf alle Fälle mit dem öffentlichen Bus erreichbar zu sein. Da sollte man sich nicht täuschen lassen, nicht ohne Grund gibt es unzählige Autovermieter auf der Insel. Es ist zwar „leicht“ in die Hauptstadt nach Funchal zu kommen, jedoch sollte man sich für die restlichen Tage ein kleines Auto für die Ausflüge rund um die Insel zulegen. Diese sind meist für eine Wochenpauschale recht günstig zu erwerben. Ein Taxifahrer gab uns den Tipp nie zu schnell zu fahren, da die längste Gerade die Landebahn des Flughafens sei und die Kurven oft sehr tückisch seien.

Am zweiten Tag mit den Motorrädern waren wir schon sehr nervös und durchforsteten die Wetterberichte der Insel. Wir machten uns auf zum höchsten befahrbaren Gipfel der Insel dem Pico do Arieiro. Das Wetter war sehr bescheiden und wir befürchteten schon schlimmes.

Als wir dann die letzten 20 Kilometer vor uns hatten, öffnete sich plötzlich der Himmel und wir wurden von den Sonnenstrahlen auf dem Gipfel begrüßt. Nach kurzen Problemen beim Einparken genossen wir die Wahnsinnsaussicht und das eisig kalte Wetter. Wir fuhren schnell weiter weil es wirklich eiskalt war. Die restliche Tour durch die Nordost Küste der Insel war der absolute Wahnsinn. Ein richtiger Jungle mit unzähligen Kurven und leeren Straßen.

Abseits von dem Trubel bietet Madeira alles was das Wandererherz hochschlagen lässt. Der dritthöchste Gipfel Madeiras, der Pico do Arieiro ist mit einer Passstraße zu erreichen. Von dort aus man an klaren Tagen eine atemberaubende Aussicht hat. Wer eher auf Meeresniveau bleiben will sucht sich einer der unzähligen alten Wasserläufe – Levadas aus den Reiseführern und kann auf diesen Wegen die Natur in vollen Zügen genießen.

Am letzten Tag unserer Motorradtour beschlossen wir den Weg nach Sao Vincente zu fahren, weil es dort eine Küstenstraße im Felsen geben würde. Als wir dort angekommen waren, mussten wir leider feststellen das diese gesperrt war. Wir ließen uns aber die Stimmung nicht vermiesen und fuhren auf unserer Lieblingsstrecke entlang. Wir genossen den letzten Tag am Motorrad und das wirklich perfekte Wetter.

Fazit: Madeira ist für jene interessant die sich im Frühjahr oder im Herbst am wohlsten fühlen, da die Temperaturen selten unter 15° C fallen und über 25° C steigen. Natur und Blumenliebhaber kommen in den Botanischen Garten voll auf ihre Kosten und werden den Besuch nicht so schnell vergessen. Ob Jung oder Alt die Blumeninsel begeistert durch ihre abwechslungsreichen Angebote.

 

Tipps:            

  • Wanderungen: Ponta de Sao Lourenço, Levada Caldeirao Verde
  • Vermietung: Magoscar, Auto und Motorrad
  • Hotels: Unbedingt mit Meerblick!

Allgemeine Infos: 

  • Reisezeit: Ganzjährig
  • Flugzeit: ca. 4 Stunden 30 Minuten
  • Verbindung: Wien – Funchal
  • Staat: Portugal
  • Währung:        Euro